Donnerstag, 29. August 2013

"Russland schickt zwei Kriegsschiffe ins Mittelmeer"

"Im Streit mit dem Westen über einen möglichen Militärschlag gegen Syrien schickt Russland zwei Kriegsschiffe ins Mittelmeer und Großbritannien hat Kampfjets nach Zypern verlegt.
Die britische Armee verlegte sechs Kampfflugzeuge vom Typ Typhoon auf ihre Luftwaffenbasis am Stützpunkt Akrotiri auf der Insel Zypern.

Die Flugzeuge seien "in Zeiten erhöhter Spannungen" als "Vorsichtsmaßnahme" auf Zypern stationiert worden, um das britische Hoheitsgebiet zu schützen. Sie seien nicht Teil militärischer Maßnahmen gegen Syrien, teilte das Verteidigungsministerium in London am Donnerstag mit. Die Kampfjets sollen im Ernstfall feindliche Flugzeuge abfangen. Akrotiri liegt nur wenige hundert Kilometer Luftlinie von Syrien entfernt.

Russland werde in den kommenden Tagen einen U-Boot-Zerstörer und einen Waffenkreuzer ins östliche Mittelmeer beordern, zitierte die Nachrichtenagentur Interfax einen namentlich nicht genannten Mitarbeiter der Streitkräfte am Donnerstag. Die Situation erfordere, dass Russland "einige Änderungen" bei seinen Seestreitkräften vornehme."

 Russland schweigt

Das russische Verteidigungsministerium war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Mehrere westliche Länder erwägen einen Militärschlag gegen den syrischen Präsidenten Bashar al-Assad, Russland hat sich ebenso wie China und der Iran dagegen ausgesprochen.

Die USA verfügen über ein mächtiges Waffenarsenal, dass sie gegen Syrien einsetzen könnten. Unter anderem haben sie vier raketenbestückte Kriegsschiffe im Mittelmeer stationiert. Großbritannien hält nach Angaben aus Verteidigungskreisen seit Monaten ein Kampf-U-Boot im Mittelmeer bereit. Der französische Flugzeugträger "Charles de Gaulle" wurde nach einer Überholung gerade wieder für einsatzfähig erklärt. Derzeit liegt das Schiff in der südfranzösischen Hafenstadt Toulon, von dort könnte es binnen Tagen in der Region sein. Das stärkste Kriegsschiff in der Region, der US-Flugzeugträger "Harry S. Truman", hatte das Mittelmeer Mitte August verlassen und war durch den Suezkanal ins Rote Meer gefahren. Auch von dort aus könnte Syrien allerdings noch in Reichweite sein.

Die moderne syrische Flugabwehr und die Furcht vor Opfern unter den eigenen Flugzeugbesatzungen machen einen Angriff mit Marschflugkörpern laut Experten derzeit am wahrscheinlichsten. Die Geschosse könnten von US-Kriegsschiffen abgefeuert werden.

Truppenbewegungen in der Türkei

Die türkische Armee bereitet sich laut Presseberichten auf mögliche Vergeltungsaktionen nach den erwarteten US-Angriffen auf Regierungseinrichtungen in Syrien vor. In der Provinz Hatay an der Grenze zu Syrien seien Luftabwehrraketen in Stellung gebracht worden, berichteten mehrere Zeitungen am Donnerstag. Die türkische Luftwaffenbasis in Diyarbakir, rund hundert Kilometer nördlich der Grenze, wurde demnach um 20 zusätzliche Kampfjets verstärkt. Die zivilen Behörden in der Grenzregion bereiten den Berichten zufolge die Behandlung von Giftgasopfern vor.

Als US-Verbündeter mit einer 900 Kilometer langen Grenze zu Syrien hat die Türkei ihre Bereitschaft zur Teilnahme an der internationalen Koalition bekundet. Zeitpunkt und Ausmaß der Intervention sind unbekannt, doch rechnet die Türkei damit, zum Ziel möglicher Vergeltungsangriffe zu werden. Im Grenzgebiet sind Patriot-Raketenabwehrsysteme Deutschlands, der USA und der Niederlande stationiert.


Die Zeitung "Vatan" meldete, türkische Kampfjets auf insgesamt fünf Stützpunkten in Reichweite Syriens seien in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt worden; die Piloten sollen fünf Minuten nach dem Einsatzbefehl in der Luft sei können. Nach einer Meldung der Zeitung "Zaman" richten Experten des türkischen Katastrophenschutzamtes in Krankenhäusern des Grenzgebietes eigene Behandlungsräume für Giftgasopfer ein. Nach Presseberichten liegen einige mögliche Ziele der erwarteten US-Angriffe nur 60 Kilometer von der türkischen Grenze entfernt.

Deutsche gegen Militärschlag

Die Mehrheit der Deutschen ist nach dem neuen ZDF-Politbarometer gegen ein militärisches Eingreifen des Westens im Syrien-Konflikt. 58 Prozent lehnten dies in der Befragung der Forschungsgruppe Wahlen Anfang der Woche ab, teilte das ZDF am Donnerstag mit. Nur ein Drittel befürwortet ein Eingreifen. Die Einschätzung wird dabei parteiübergreifend geteilt. Falls es dennoch zu einem Militärschlag der USA kommen sollte, sind 55 Prozent dagegen, dass sich Deutschland mit Material oder finanziell beteiligt."

Quelle: http://www.format.at/articles/1335/931/365155/syrien-konflikt-russland-kriegsschiffe-mittelmeer

Kommentare:

  1. http://de.ibtimes.com/articles/26483/20130829/russland-droht-mit-massivem-milit-rschlag-gegen-saudi-arabien-falls-der-westen-in-syrien-einmarschie.htm

    AntwortenLöschen